Mehrwert des Studiengangs
Der trinationale Master-Studiengang "Mehrsprachigkeit / formation trinationale plurilingue" hat zum Ziel, die mehrsprachige und interkulturelle Erziehung und Bildung am Oberrhein zu fördern.
Insbesondere werden im Studiengang vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen
- der Sprachwissenschaft,
- der Didaktik des zwei-/mehrsprachigen Unterrichts,
- der Interkulturalität,
- des Sprachkontaktes,
- der Sprachenpolitik und
- der zwei-/mehrsprachigen Erziehung und Bildung
vermittelt.
Der Studiengang baut mehrsprachige Kompetenzen der Absolventinnen und Absolventen im Kontext auf und bietet den Studierenden die Möglichkeit, die Kenntnis verschiedener Hochschulsysteme sowie wissenschaftstheoretische und methodische Rahmenbedingungen von mehrsprachigem Lehren und Lernen zu vertiefen. Dies geschieht über den Kontakt mit verschiedenen Wissenschaftskulturen und pädagogischer Praxis.
Durch die in diesem Studiengang eingebaute Mobilität (Studien an vier Partnerhochschulen in den drei Ländern) ist die interkulturelle Bildung sowohl Gegenstand der Ausbildung als auch persönliches Erleben. Und durch das grenzüberschreitende Studium wird Interkulturalität in der Oberrheinregion nicht bloß gelehrt, sondern auch gelebt.
Die sprachliche und kulturelle Vielfalt gehört zum historischen Erbe Europas. Fremdsprachenkenntnisse sind für die grenzüberschreitende Kommunikation äußerst wichtig und tragen zur Mobilität zwischen den Sprachgebieten und den Nachbarstaaten bei. Sie werden daher als berufliche Zusatzqualifikation immer wichtiger.
Im Grunde bildet der trinationale Masterstudiengang für seinen Bereich das ab, was am Oberrhein gängige Praxis ist: Denn gerade am Oberrhein mit seinen zahlreichen grenzüberschreitenden Aktivitäten in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Schule qualifiziert dieser Studiengang für bestehende und sich vertiefende oder neu entwickelnde transnationale Berufsfelder, besonders im Bereich von Mehrsprachigkeit, Erziehung und Bildung. Die zukünftigen Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs sind die aktiven Gestalter einer Modellregion für Europa.
Der trinationale Master-Studiengang "Mehrsprachigkeit / formation trinationale plurilingue" ist von seiner ganzen Anlage und Struktur her auf ein transnationales Curriculum hin ausgerichtet: Alle Studierenden absolvieren gemeinsam nacheinander je ein Semester in einem der drei Länder.
Durch die curricular integrierte Studierendenmobilität von Semester zu Semester sind die Studierenden zu jedem Zeitpunkt ihres Studiums mit transnationalen Studienaspekten konfrontiert:
- Studierende, die gerade eine Studienphase im Land ihrer Herkunft absolvieren, sind durch das gemeinsame Studium mit den Studierenden aus den beiden Partnerländern intensiven interkulturellen Studienerfahrungen ausgesetzt.
- Studierende, die Studienphasen in Partnerländern absolvieren, sind dort den gängigen lokalen Studienbedingungen ausgesetzt und nehmen, wie alle anderen Studierenden dort auch, an den Veranstaltungen innerhalb des regulären Studienangebots und an regulären Prüfungen teil.
Durch die intensiven Auslandsstudienphasen erschließen sich in einem trinationalen Vergleich die jeweils lokalen Studienbedingungen, das von Land zu Land und von Hochschule zu Hochschule jeweils spezifische Wissenschaftsverständnis sowie die in den jeweiligen Wissenschaften national und lokal jeweils vorherrschenden Fragestellungen:
- Sowohl während Studienphasen im Land ihrer Herkunft als auch während Auslandsstudienphasen ist das Studium an aktuellen internationalen Diskursen in der jeweiligen Wissenschaftsdisziplin orientiert.
- Einzelne Module werden von Lehrenden aller drei Länder gemeinsam angeboten, was die trinationale Perspektive nochmals fokussiert.
Die Auslandsstudienphasen bedeuten ein intensives Sprachbad an den Partnerinstitutionen. Hinzu kommen die interkulturellen Alltagserfahrungen. Abgesehen von dieser trinationalen Anlage des gesamten Studiums steht es den Studierenden frei, entsprechend den lokalen Möglichkeiten und Bedingungen an den beteiligten Partnerhochschulen weitere ausländische Studienangebote über den Kreis der Partnerinstitutionen hinaus wahrzunehmen.
Für den späteren Beruf werden die Studierenden dabei besonders durch folgende Maßnahmen qualifiziert:
- Im Rahmen der einzelnen Module:
- Vertiefte Kenntnis (auf den Gebieten der Landes- und Kulturwissenschaften, der angewandten Linguistik, der Bilingual-Didaktik) in Bezug auf die transregionalen Bedingungen von Mehrsprachigkeit am Oberrhein;
- Erwerb von methodischen Kompetenzen zur Projektdurchführung und -leitung;
- Einbezug in die Forschungsvorhaben und -projekte zur Mehrsprachigkeit am Oberrhein;
- Im Rahmen der Masterarbeit: Durchführung eines eigenen Projekts;
- Durch das berufsbezogene Praktikum;
- Im Rahmen des Studiums an zwei anderen Hochschulen im Ausland:
- Vertiefte Kenntnis und Erleben der kulturellen, sprachlichen und strukturellen Unterschiede, die die Mehrsprachigkeit am Oberrhein bedingen und beeinflussen.
- Transferabilität von erworbenen Kenntnissen und fachlichen sowie methodischen Fähigkeiten auf andere geographische und fachlich nahe liegende Gebiete.
Den Studierenden wird am Ende ihres Studiums eine gemeinsame Urkunde erteilt, in welcher alle Kooperationspartner genannt werden. Die Urkunde gibt darüber hinaus Aufschluss über Einzelheiten des transnationalen Curriculums.