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Berufliche Perspektiven


Die Absolventinnen und Absolventen des trinationalen Master-Studiengangs "Mehrsprachigkeit / formation trinationale plurilingue" können vornehmlich in folgenden Bereichen beruflich tätig werden:

  • In Schulen als kompetente Fachleute für Mehrsprachigkeit, interkulturelle Erziehung und für Unterrichts- und Schulentwicklungsprojekte besonders am Oberrhein.
  • In Schulen als Lehrkräfte für zweisprachigen Sachfachunterricht, immersiven Unterricht oder Frühfranzösisch.
  • Im Bildungsbereich in leitenden Positionen mit spezifisch mehrsprachiger und interkultureller Stellenbeschreibung.
  • In der Wissenschaft als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Gebiet der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Erziehung. Z.B. auch als wissenschaftliche Begleitung von mehrsprachigen (Schul-)Projekten.
  • In der Erwachsenenbildung, an Fachhochschulen, an Hochschulen als Ausbilderinnen und Ausbilder von Lehrkräften für mehrsprachigen Unterricht und bilinguales Lehren und Lernen.
  • In der Kommunikation von kleinen und mittelständigen Unternehmen, die mit den beiden anderen Ländern im Austausch stehen, sowie von internationalen Unternehmen, die mit Mehrsprachigkeit und Interkulturalität konfrontiert sind.
  • In der Verwaltung als kompetente Fachpersonen für Mehrsprachigkeit.
  • Als Fachpersonen für Mehrsprachigkeit in Organisationen und Institutionen, die mehrsprachig und international ausgerichtet sind, also z. B. in Institutionen auf EU- oder UN-Ebene, Netzwerke, Interessensverbünde und Zusammenschlüsse von Verbänden, Organisationen auf europäischer Ebene, usw. usf.


So fehlt es z.B. im kultur- und grenzüberschreitenden Sektor zur Zeit an Bewerberinnen und Bewerbern, die über vertiefte Kenntnisse und Kompetenzen über institutionell angeleitete Mehrsprachigkeit verfügen, besonders in Verbindung mit vertieften Kenntnissen über die unterschiedlichen Schulsysteme am Oberrhein und mit ausgewiesenen Sprachkompetenzen (deutsch/französisch).

Auf dem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs in Lissabon im Jahr 2000 wurde beschlossen, die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbfähigsten, dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Eine Schlüsselfunktion sollten dabei Metropolregionen als eigentliche Motoren in diesem Entwicklungsprozess einnehmen. Metropolregionen sind Agglomerationsräume, die sich besonders dynamisch entwickeln und sich durch ihre besondere gesellschaftliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leistungsfähigkeit auszeichnen.

Die Oberrheinkonferenz als das zentrale grenzüberschreitende Informations- und Koordinationsgremium am Oberrhein propagiert seit einiger Zeit die weitere Intensivierung und Vertiefung der transnationalen Zusammenarbeit am Oberrhein mit dem Ziel der Bildung einer "Trinationalen Metropolregion Oberrhein". Im Bereich Forschung und Lehre hat die Oberrheinregion hier bereits jetzt Modellcharakter gegenüber anderen Regionen in Europa, denn es bestehen zahlreiche grenzüberschreitende Kooperationen im Hochschulbereich sowie die transnationalen Projekte zur Förderung der Mehrsprachigkeit, die auf unterschiedlichsten Ebenen ansetzen.

Die Verwirklichung der "Trinationalen Metropolregion Oberrhein" ist durch zahlreiche Resolutionen der in der Oberrheinkonferenz zusammengeschlossenen Vertreter aller drei Länder beschlossen. Es ist zu erwarten, dass sich u. a. die bestehende transnationale Kooperation im Bereich Mehrsprachigkeit weiter vertiefen und intensivieren wird. Projekte im Bereich der Forschung und Lehre, der Sprachpädagogik, der Zusammenarbeit im Internet- und Bibliotheksbereich, der Lehrerbildung und der Lehrmittel, des Schüleraustauschs, der Schul- und Schulverwaltungskooperation sowie Begegnungsprojekte werden sich in Häufigkeit und Ausdehnung weiter ausweiten.

Für die Absolventinnen und Absolventen des trinationalen Master-Studiengangs "Mehrsprachigkeit / formation trinationale plurilingue" ist von daher zu erwarten, dass der bestehende Arbeitsmarkt zukünftig deutlich größer wird. Dies gilt nicht nur für den Bereich von Mehrsprachigkeit selbst, sondern auch für andere Bereiche transnationaler Kooperation in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur am Oberrhein, die neben der jeweils erforderlichen fachlichen Kompetenz immer auch ausgewiesener Kompetenzen im Bereich von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität bedürfen. Aus dem Zusammenschluss dieser Kompetenzen ergibt sich ein neues Berufsbild, das dem transnationalen Bedarf und den Anforderungen am Oberrhein und in anderen mehrsprachigen Grenzregionen entspricht.

Im europäischen Vergleich hat die Oberrhein-Region bei der Einführung des zwei- und mehrsprachigen Unterrichts eine Vorreiterposition eingenommen. Die Forschung zur Mehrsprachigkeit hat große Fortschritte gemacht, die Verbindung mit der Anwendung im Erziehungswesen muss hingegen noch tiefer ausgearbeitet werden. Der trinationale Master-Studiengang "Mehrsprachigkeit / formation trinationale plurilingue" liefert u. a. die Möglichkeit eines besseren Zusammenspiels zwischen Theorie und Praxis. Die Berufsperspektiven, die dieser Studiengang bietet, sind ebenso im Bereich von Wissenschaft und Bildung wie auch im kulturellen und grenzüberschreitenden Sektor angesiedelt.